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Zuchtstätte vom Kofelort

Zuchtstätte für Weisse Schweizer Schäferhunde

Wir sind Züchter und Mitglied im Weisse Schäferhunde Zuchtverband eV. (WSZV e.V.)
 

03.10.2017

Update: Der Wurf ist am 23.09.2017 auf die Welt gekommen

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DNA:Meine Meinung
 

Wenn das Wohl meiner Welpen nicht mehr im Vordergrund steht, hören für mich sinnvolle Zuchtrichtlinien auf !!!!!!!!!

Von allen meinen erwachsenen Hunden ist eine Blutprobe in der Schweizer Datenbank eingelagert weil ich nichts zu verbergen habe, was die Korrektheit der Abstammungen meiner Hunde betrifft. Die Kosten pro Hund von ca. 15 Euro habe ich gerne gezahlt. Für spätere Abstammungskontrollen der Nachkommen vom Kofelort stehen diese Blutproben bereit.

Ich bin dafür, dass zukünftig vor Zuchteinsatz eines Hundes seine Abstammung per Blutentnahme mittels DNA überprüft wird. So gelangen künftig nur Hunde in die Weiterzucht, deren Abstammung erwiesen ist. Solch ein Abstammungsnachweis beläuft sich inkl. Blutentnahme auf ca. 80 Euro. Diese zahle ich ebenfalls gerne.

Wogegen ich mich wehre und wogegen ich gekämpft habe (übrigens mit einigen kompetenten, erfahrenen Züchterkollegen zusammen) ist die Blutabnahme und Testung auf Abstammung bei allen zukünftig gezüchteten Welpen! Mit hartem Kampf konnte diese Bestimmung demokratisch auf einer Jahreshauptversammlung abgelehnt werden.

Die auf der JHV demokratisch abgelehnte Regelung versucht man nun auf sehr undemokratischem Wege doch noch irgendwie durchzusetzen. Es ist unfair, wenn man Interessenten gegenüber in der öffentlichkeit gewisse Zuchtstätten besonders lobenswert kennzeichnet, nämlich jene die bereits alle ihre Welpen freiwillig testen lassen.

Ein Verein sollte alle seine Züchter empfehlen können, oder sich ggf. von nicht empfehlenswerten Züchtern trennen. Sorry das ist meine Meinung.

Meine Antwort auf diese unfaire Vorgehensweise ist die Befragung der Welpeninteressenten zur Problematik:

Prozedur Blutentnahme beim Welpen:

Der Welpe muss hierzu am Vorderfuß rasiert werden. Das Blut wird mit Hilfe eines Gummis zuerst gestaut, bis man eine Ader sieht und anschließend wird mit einer Kanüle in die Vene gestochen (Venenkatheter). Erfahrungsgem. wird oft nicht beim ersten Versuch getroffen, sodass pro Welpe mehrmals gestochen werden muss!
Da die Welpen freiwillig nicht still halten, müssen sie hierfür mit Zwang festgehalten werden! Ausgerechnet in der wichtigsten Lernphase, nämlich der Prägephase des Welpen hat er seine erste und zugleich negative Erfahrung mit einer Tierarztpraxis gemacht!

Hier frage ich künftige Welpeninteressenten, möchten Sie einen Welpen übernehmen, der seine ERSTE SCHLECHTE Erfahrung mit einem Tierarzt bereits durchlebt hat? Glauben Sie diese Erfahrung wird Auswirkungen darauf haben, wie sich der Welpe künftig bei Ihrem Tierarzt verhält? 

Der zweite Punkt ist hier die Kostenfrage. Anders als beim erwachsenen Hund, wo das Blut vorläufig nur eingelagert wird, wird das Blut vom Welpen auf die Richtigkeit der Abstammung überprüft. Für diese Untersuchung zusammen mit der Blutabnahme fallen Kosten von ca. 80 Euro pro Welpe an.

Hier die 2. Frage an die Welpeninteressenten, sind Sie bereit, für die schlechte Erfahrung, die ihr Welpe mit einem Tierarzt schon beim Züchter gemacht hat, zusätzlich auch noch 80 Euro mehr für Ihren Welpen zu bezahlen, um in der Ahnentafel einen Vermerk zu erhalten, dass die tatsächlichen Eltern des Welpen mit den Angaben in der Welpenahnentafel überein stimmen?

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Und hier einige meiner Gedanken für die Züchterkollegen:

Die tragenden Säulen eines jeden Zuchtvereines sind seine Züchter, nicht die Nichtzüchter oder Mitglieder.

Ohne Züchter:
keine Zucht
keinen Erhalt und keine Verbesserung der Rasse
keine Welpenkäufer, kein Mitgliederzuwachs
ohne Welpenkäufer keine künftigen Aussteller / keine künftigen Neuzüchter!
ohne Züchter kein Zuchtverein!

Zuchtrichtlinien sollen der Zucht dienen, sie in geregelte Bahnen lenken und dem Fortbestand der Rasse und insbesondere der genetischen Vielfalt auch langfristig gesehen dienen. Sie sollen die Züchter nicht in ihrer gewissenhaften Zuchtarbeit behindern oder gar durch ein übermaß an Bestimmungen jeglicher eigenen züchterische Freiheit berauben!

Schlagworte wie "Genetische Vielfalt" innerhalb der Rasse zu bewahren, insbesondere dadurch dass man so wenig Inzucht wie möglich betreibt, ist eines meiner wichtigsten Ziele, welches ich mir für die Zucht vom Kofelort gesteckt habe.

Viele Entbehrungen kostete die Rasseanerkennung insbesondere den Züchtern (vorläufiges Zuchtverbot, ausnahmslos alle Hunde mussten neu auf Zuchttauglichkeit überprüft werden, Zwingernamen neu schützen lassen, Zuchtstätte nochmals abnehmen lassen, was nicht nur erneut Ausgaben bedeutete, sondern auch, dass lange Zeit keine Würfe fielen weil man die Bedingungen noch nicht erreicht hatte).

Jetzt, wo die Zuchtstätten mit großem Einsatz und Durchhaltevermögen alles geschaffen haben, stellt sich heraus, dass die Anerkennung die Rasse in 2 Lager geteilt hat. Einmal in das Lager innerhalb der FCI und zum Anderen in das Lager außerhalb der FCI. Diese Teilung brachte naturgemäß eine Teilung des Zuchtpotentiales mit sich, wobei sich ausgerechnet die meisten fremden Linien außerhalb befinden.

Es bedeutet, dass man innerhalb mit eingeschränktem Zuchtpotential, insbesondere an Deckrüden zurechtkommen muss. Auch hier sind viele engagierte Züchter bereit, weitere Wege zu interessanten Deckrüden, auch ins Ausland zu fahren, damit nicht ein Deutscher Rüde mit Fremdblut alle vorhandenen Hündinnen in einem Verein deckt und nachfolgende Generation nicht ausnahmslos ein und den selben Vater haben werden.

Ich trage die strengen Zuchtrichtlinien eines Vereines mit weil ich für die Verbesserung der Rasse bin. Auch wenn diese vorhandenen strengeren Vorschriften bedeuten, dass der eine oder andere Rüdenbesitzer nicht bereit sein wird, alle nötigen Bedingungen zur Zuchtzulassung zu erfüllen. Ebenso ist mir bewusst, dass Rüden von außerhalb durch die strengen Voraussetzung abgeschreckt sind, ihre Rüden zur Zucht zu stellen.

Vielleicht sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass zu viele Richtlinien nicht nur die Züchter unnötig einschränken, auch die Kosten pro Welpen erhöhen, welche zwangsläufig  an die Welpenkäufer weitergegeben werden müssen. 

Die maßose überteuerung der Welpen wird künftig viele Interessenten förmlich in die Hände von unseriösen Züchtern treiben.
Eigentlich das, was wir mit unserer Arbeit verhindern wollten. Es wäre an der Zeit einen Mittelweg zu gehen.

Linde George, WSH Kofelort